Filmdreh im Filmmuseum Düsseldorf

Am 23./24. August war es endlich soweit und der Projektkurs Deutsch/Englisch unter der Leitung von Frau Jerzewski fand sich im Studio FX des Filmmuseums Düsseldorf ein. Unsere Aufgabe für die zwei Tage war es, einen Kurzfilm zu planen und zu verwirklichen. Ein sehr amüsanter, aber auch anstrengender Arbeitsauftrag, wie sich bald darauf herausstellte.

Wie alle anderen war auch ich ein wenig aufgeregt. Was würde uns hier erwarten? War es wirklich möglich, einen Film in nur zwei Tagen auf die Beine zu stellen? Doch wir hatten gar nicht lange Zeit zum Zweifeln, denn Frau Woyke, die uns die zwei Tage über begleitete und tatkräftig zur Seite stand, führte uns sofort in die Welt des Filmdrehs ein. Mit einer Kurszahl von 15 Leuten waren wir ziemlich viele für ein solches Unternehmen und es erschien uns zuerst sehr schwer, alle in den Film einzubinden. Doch nach und nach ergab sich ein Konzept, bei dem jeder mitreden und seine Ideen einbringen konnte.

Beim Rundgang im Filmmuseum eröffneten sich uns dann ganz neue Perspektiven. Vor allem das Kino erregte unser aller Aufmerksamkeit, doch letztendlich entschieden wir uns bei den vielen Möglichkeiten im Filmmuseum für andere Drehplätze. Ein Großteil des Films wurde beispielsweise draußen im Freien oder im Archiv geplant. Im Studio FX konstruierten wir dann weiter die genaue Personenkonstellation. Einige wussten spontan, was sie machen wollten, so wie Florian, der sofort schrie, er wolle das Opfer sein und nebenbei bei der Kamera mithelfen, nachdem er ermordet sei. Ich meldete mich zögerlich dafür, die Regie zu machen, was sich jedoch schon bald als goldrichtig für mich herausstellte. Wir beendeten den ersten Tag damit, dass die Schauspieler schon einmal ein paar Szenen probten und die Kameraleute Florian und Sara erste Drehversuche machten. Viktoria und ich gingen als Regie den Drehplan durch und überlegten uns zusammen mit den Kameraleuten, aus welchen Perspektiven wir filmen wollten.

Frisch und munter konnte es dann am nächsten Tag direkt losgehen. Zuerst drehten wir alle Szenen im Archiv, danach die Außenszenen und die Szenen im Museum. Es ersparte uns eine Menge Zeit und Lauferei, den Drehplan nicht chronologisch abzugehen. Unsere erste Zeugin für den Mord an Florian war Rebecca. Sie sollte völlig aufgelöst im Polizeipräsidium (Archiv) sitzen und dabei am besten noch weinen. Na gut, das mit dem Weinen hat trotz des Zwiebelschneidens vor Drehbeginn nicht so gut geklappt, aber dennoch hat Rebecca es super geschafft, völlig verzweifelt zu wirken, da waren sowohl Viktoria und ich als auch alle anderen sich einig.

Schnell hatten wir unseren Rhythmus gefunden und kamen trotz erster Improvisationsschwierigkeiten voran. Martin, ein Tatverdächtiger, spielte seine Rolle sogar so täuschend echt, dass alle grinsen mussten. Als er dann auch noch völlig in Rage ausrief: „Ich bin Pazifist, ich habe nichts mit Gewalt am Hut!“, konnte niemand mehr an sich halten vor Lachen. Das war natürlich einerseits schade, da die Szene trotz toller Schauspielerei neu gedreht werden musste, aber im Großen und Ganzen war es das wert, denn wir werden mit Sicherheit noch ewig darüber lachen können.

Unter großem Zeitdruck ging es dann hochkonzentriert weiter und man hörte nur noch in regelmäßigen Abständen „Kamera läuft“, „Und bitte“ bzw. „Cut“.  Eine Stunde vor Ende des Filmdrehs lagen die Nerven dann bei allen blank. Ich glaube, niemand hätte gedacht, dass es möglich sein würde, den Film zu Ende zu drehen. Doch wenn alle an einem Strang ziehen, schafft man auch so unmöglich erscheinende Dinge, wie einen Dreh von vier Szenen in knapp einer Stunde zu erledigen. Auf die Minute wurden wir dann fertig mit allen Szenen. Dabei schafften wir es sogar, eine Szene mit allen zu drehen, die zuvor noch nicht im Film zu sehen waren.  Sprich die Leute von der Making of Kamera, die Kameraleute des Films, Frau Woyke, Frau Jerzewski und natürlich auch Viktoria und ich, die Regie, haben einen Auftritt in unserem Film.

Ich kann diese Erfahrung wirklich jedem empfehlen, denn es hat eine Menge Spaß gemacht. Obwohl es auch sehr anstrengend sein konnte, denn so ein Projekt funktioniert nur, wenn alle hochkonzentriert mithelfen. Ich denke, jeder ist bei diesem Dreh ein wenig über sich hinausgewachsen und wir können alle stolz auf uns sein. Jetzt heißt es nur noch gespannt auf das Ergebnis warten!

Ann-Christin Gartz

 

 

"Bis in alle Ewigkeit"

Jedes Jahr bietet sich dem Deutsch - Englisch Projektkurs von Frau Jerzewski die Möglichkeit, im Filmmuseum Düsseldorf einen eigenen Film zu drehen. Dieses Jahr ist nun unser Projektkurs an der Reihe, die Ergebnisse unserer Krimireihe aus dem vergangen halben Jahr selbst anzuwenden und auszuprobieren. Tatkräftig unterstützt werden wir dabei von Frau Woyke.

 

Am ersten Tag ist direkt unsere Kreativität gefragt, denn für unseren Krimi gibt es keine Vorlage. Also muss eine eigene Story her:

 

Wer soll ermordet werden und wieso? Und wer ist verdächtig oder hat zumindest ein passendes Motiv? Wie erscheint die Geschichte glaubwürdig?

 

Das alles fällt uns am Anfang noch etwas schwer. Deswegen besichtigen wir zunächst die möglichen Kulissen des Museums für unseren Film. Als wir dann live und in Farbe in dem Park, im dunklen Kino oder in dunklen Gassen stehen, kommt die Inspiration wie von alleine. Schon bald fallen uns immer mehr Ideen ein und das größere Problem ist nun eher die Frage, welche von diesen wir denn tatsächlich nehmen wollen. Doch nach einiger Zeit steht die Szenenabfolge unseres Filmes „Bis in alle Ewigkeit“ fest:

 

Das Mordopfer wird nur kurz nach seiner Beförderung erstochen aufgefunden. Eine Frau, die zufällig Zeugin des Verbrechens wurde, verständigt die Polizei. Immer wieder tauchen Hinweise,  Zeugen und Verdächtige auf. Jeder scheint ein gutes Motiv zu haben. Doch letzten Endes führen alle Spuren ins Nichts. Gerade als die Polizei den Fall auf Eis legen will, scheint ein weiterer Todesfall die überraschende Wendung zu bringen.

 

Nach diesen ersten anstrengenden Stunden geht der eigentliche Spaß am nächsten Tag erst richtig los.

 

Wenn man sich einen Film ansieht, nimmt man meist nur die Schauspieler wahr. Deswegen entscheide ich mich dafür, einmal hinter der Kamera zu stehen und so die Entwicklung des Filmes hautnah mitzuerleben.

 

Tatsächlich kann ich im Nachhinein sagen, dass es die richtige Entscheidung für mich gewesen ist, gemeinsam mit Florian als Kamerafrau mitzuwirken. Aber diese Aufgabe darf nicht unterschätzt werden. Später wird eine gute Kameraführung zwar eher nebensächlich wahrgenommen, doch eine schlechte kann den ganzen Film ruinieren. Es gibt viel zu beachten; die Kamera wird nicht einfach nur in der Hand gehalten und dann drückt man auf „Play“. Der richtige Winkel muss gefunden, die Lichtverhältnisse beachtet und die Hand muss ruhig gehalten werden. Nur so ist es möglich, die dargestellte Situation wirkungsvoll einzufangen.

 

Zu meinem Aufgabenbereich gehört es ebenfalls, verschärft auf eventuelle Fehler zu achten:

 

Ein Lehrer im Hintergrund, eine lachende Leiche oder kleine Textversprecher sollen schließlich nicht in den Film gelangen, auch wenn sie für uns noch so lustig sind.

 

Ein gewaltiger Vorteil als Kamerafrau ist aber, dass man – wenn auch vom Zuschauer unbemerkt - in jeder Szene mitwirken kann. Von Anfang bis Ende erlebe ich alles mit. Wird eine Szene zum siebten Mal wiederholt, kann das zwar recht anstrengend sein, aber insgesamt ist die Arbeit mit unserem Kurs eine schöne Erfahrung.

 

Ich bin ehrlich überrascht, wie gut unsere Zusammenarbeit funktioniert. Natürlich sind wir keine Profischauspieler oder Oscar-Gewinner, aber keiner scheut sich vor der Kamera zu stehen. Vielmehr zeigt jeder großen Einsatz und gibt sich viel Mühe.

 

Unsere Szenen verlaufen eher spontan, da die Zeit fehlt, um ganze Dialoge auszuformulieren. Diese Methode ist mir zwar zuerst etwas wagemutig erschienen, doch sie erweist sich als sehr effektiv:

 

Die Schauspieler können sich nun stärker einbringen und ihre Rolle besser ausgestalten, statt trockene Texte abzulesen.

 

Im Gegensatz zum Vortag sind wir heute mehr in das Geschehen eingespannt, sodass wir viel einfacher spontane Ideen einbringen können - und diese sind ja bekanntlich die Besten.

 

So gelingt es uns auch die Ansichten von jedem unterzubringen; egal ob von Schauspielern, der Regie oder den Kameraleuten.

 

Aber in einem echten Krimi gibt es nicht nur Mörder, Opfer und Verdächtige, auch die richtigen Requisiten dürfen nicht fehlen: Kunstblut, Polizeiuniformen oder ein nur scheinbar gefährliches Messer verleihen dem Film eine viel spannendere Mordszene. Ich denke, dieser Teil des Drehens hat allen am meisten Spaß gemacht. Einmal diese Verbrechen, die man so oft in Filmen sieht, selber nachzustellen, ist wirklich interessant.

 

Allerdings stellt uns diese eine wichtige Szene auch vor neue Probleme: Um mit Kunstblut arbeiten zu können, muss man schnell sein. Nicht immer haben wir die Möglichkeit, die Szene zu wiederholen, sollte etwas schiefgehen. 

Gegen Ende hin kämpfen wir dann auch noch gegen die Zeit, leere Akkus und besserwisserische Zuschauer, doch schlussendlich haben wir alle Szenen erfolgreich im Kasten.

 

Abschließend würde ich sogar sagen, dass „Bis in alle Ewigkeit“ durchaus mit den anderen Krimis mithalten kann, die Frau Jerzewski  in den vorherigen Jahren mit ihren Projektkursen gedreht hat.

 

Auf jeden Fall hat es großen Spaß gemacht und ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

 

Sara Wefers