Philosophie am WJG

„Philosophie, die Liebe zur Weisheit,
 ist im tiefsten Grunde die Abwehr des Unbegreiflichen.“

Oswald Spengler

Das Philosophieren ist so alt wie die Menschheit. Was Philosophie genau ist? Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Solch ein Satz wie der oben angeführte von Oswald Spengler ist nur ein möglicher Versuch, das Wesen der Philosophie zu erfassen.
Fest steht, dass Menschen zu allen Zeiten philosophiert haben; und auch heute geht von der Philosophie eine ungebrochene Faszination aus.

Philosophie muss also etwas berühren, was nicht von außen kommt, sondern Problemstellungen aufgreifen, die in jedem Menschen selbst vorhanden sind. Woran mag das liegen? Woher bezieht die Philosophie  auch als Schulfach  ihre Fragestellungen? Man selbst sein, mit sich selbst identisch sein, Widersprüche in der Welt aufdecken, Unklarheiten und Ungerechtigkeiten aufdecken sind Denkanlässe philosophischer Natur.

Im Mittelpunkt der Philosophie steht der Mensch, und zwar eben nicht als "Mittel, sondern als Zweck", wie es Immanuel Kant in seiner Anthropologie erläutert.
Kant ist es auch, der die Fragstellungen der Philosophie präzisiert:

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?


Lehrplan

  •  Einführungsphase: Einführung in die Philosophie

    • Was heißt es zu philosophieren? – Welterklärungen in Mythos, Wissenschaft und Philosophie
    • Ist der Mensch ein besonderes Lebewesen? – Sprachliche, kognitive und reflexive Fähigkeiten von Mensch und Tier im Vergleich
    • Eine Ethik für alle Kulturen? – Der Anspruch moralischer Normen auf interkulturelle Geltung
    • Wann darf und muss der Staat die Freiheit des Einzelnen begrenzen? – Die Frage nach dem Recht und der Gerechtigkeit von Strafen 
    • Kann der Glaube an die Existenz Gottes vernünftig begründet werden? – Religiöse Vorstellungen und ihre Kritik
    • Was können wir mit Gewissheit erkennen? – Grundlagen und Grenzen menschlicher Erkenntnis

  • Qualifikationsphase 1: Anthropologie und Ethik

    • Ist die Kultur die Natur des Menschen? – Der Mensch als Produkt der natürlichen Evolution und die Bedeutung der Kultur für seine Entwicklung
    • Ist der Mensch mehr als Materie? – Das LeibSeeleProblem im Licht der modernen Gehirnforschung
    • Ist der Mensch ein freies Wesen?  Psychoanalytische und existentialistische Auffassung des Menschen im Vergleich
    • Wie kann das Leben gelingen? – Eudämonistische Auffassungen  eines guten Lebens
    • Soll ich mich im Handeln am Kriterium der Nützlichkeit oder der Pflicht orientieren? – Utilitaristische und deontologische Positionen im Vergleich
    • Gibt es eine Verantwortung des Menschen für die Natur? – Ethische Grundsätze im Anwendungskontext der Ökologie

  • Qualifikationsphase 2: Staatsphilosophie und Erkenntnistheorie

    • Welche Ordnung der Gemeinschaft ist gerecht?   Ständestaat und Philosophenkönigtum als Staatsideal
    • Wie lässt sich eine staatliche Ordnung vom Primat des Individuums aus rechtfertigen? – Kontraktualistische Staatstheorien im Vergleich
    • Lassen sich die Ansprüche des Einzelnen auf politische Mitwirkung und gerechte Teilhabe in einer staatlichen Ordnung realisieren? – Moderne Konzepte von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit auf dem Prüfstand
    • Was leisten sinnliche Wahrnehmung und Verstandestätigkeit für die wissenschaftliche Erkenntnis? – rationalistische und empiristische Modelle im Vergleich

(Der dargestellte Lehrplan gilt für den Abiturjahrgang 2017 und für alle nachfolgenden Abiturjahrgänge.)

Philosophie wird als Wahlfach bzw. als alternatives Angebot zu Religion hingeführt; bei Nichtteilnahme am Religionsunterricht muss Philosophie als Pflichtfach und mit mindestens zwei Grundkursen in  der Qualifikationsphase belegt werden.


Philosophie kann im Grundkurs mit Klausuren als 3. bzw. 4.Abiturfach im gesellschaftlichen Aufgabenfeld gewählt werden (bei entsprechender Nachfrage ist Philosophie auch als Leistungskurs möglich).

Derzeit unterrichten Frau GlaserWarmbier und Herr Grafschaft das Fach Philosophie in der Oberstufe.