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16.03.2021

Trotz Pandemie zum Erfolg

Seit 15 Jahren gibt es am WJG die Cambridge-AG: Schülerinnen und Schüler belegen in der EF (10. Klasse) eine Englisch-AG, in deren Rahmen sie am Ende des Schuljahres ein international anerkanntes Sprachenzertifikat von lebenslanger Gültigkeit erwerben können. Doch nie brauchten die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu diesem begehrten Zertifikat einen so langen Atem wie während der Corona-Pandemie.

Nach den Sommerferien 2019 trafen sich zunächst 20 Schülerinnen und Schüler regelmäßig einmal die Woche, um sich auf die im Sommer 2020 anstehenden Prüfungen vorzubereiten. Doch am 13. März 2020 erfolgte aufgrund der 1. Welle der erste Schullockdown. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnte: "Das war das vorzeitige Aus für die AG 2020, denn selbst als die ersten Schülerinnen und Schüler den Unterricht nach den Osterferien wieder aufnahmen, lag der Fokus aus verständlichen Gründen auf den Kern- und Klausurfächern.", erläutert die betreuende Lehrerin Birgit Jerzewski.

 

Nichtsdestoweniger meldeten sich zunächst 10 Schülerinnen und Schüler aus dieser AG zu den für Juni avisierten Prüfungen an der VHS Düsseldorf an. Aufgrund der 1. Welle mussten die Organisatoren jedoch sämtliche Prüfungen im Sommer 2020 stornieren.

 

Doch davon nicht entmutigt, blieben drei Schülerinnen und ein Schüler weiterhin am Ball und als die VHS Düsseldorf ihnen im November 2020 die Möglichkeit bot, die Prüfungen nachzuholen, ergriffen Alexandra Hüren, Alexandra Kormorek, Lotta Ehlert und Henner Pfülb kurzentschlossen ihre Chance. Zuvor hatten sie sich quasi ein Dreivierteljahr im Rahmen von Homeschooling weitergebildet, selbst verfasste Texte an die betreuende Lehrerin geschickt, sich die Audio-CDs ausgeliehen, Texte bearbeitet und Gespräche geübt.

 

Alexandra Hüren gelang es sogar, in dem schmalen Zeitfenster, das es in der zweiten Hälfte der Sommerferien gab, einen zweiwöchigen Sprachurlaub in Oxford einzubauen, Alxandra Komorek kommuniziert regelmäßig und seit vielen Jahren über soziale Netzwerke mit einer Freundin in den USA, Lotta Ehlert nutzte vor allem englischsprachige Literatur und Filme und Henner Pfülb wollte ebenfalls nicht auf das Zertifikat verzichten, nachdem drei Geschwisterkinder dieses auch schon erworben hatten und nun zum Teil im Ausland studieren.

 

Kurz nach den Prüfungen kam es im Dezember 2020 erneut zum Lockdown, sodass die vier Prüflinge im Februar 2021 - während der erneuten Schulschließung - zunächst ihre Prüfungsergebnisse und dann ihre Urkunden postalisch zugestellt bekamen. Niemanden wird es nach diesen Schilderungen wundern, dass alle vier ihre Prüfungen mit hervorragenden Ergebnissen bestanden haben. "Noch bemerkenswerter als die tollen Prüfungsergebnisse, die an sich schon eine herausragende Leistung darstellen, finde ich das Durchhaltevermögen von Alexandra H., Alexandra K., Lotta und Henner, die sich im Rahmen des Homeschoolings über ein Dreivierteljahr selbstständig weitergebildet haben, um ihr ursprünglich gestecktes Ziel trotz der Pandemie zu erreichen. Sie stehen für mich exemplarisch für die vielen Schülerinnen und Schüler, die sich trotz der derzeit erschwerten Lernbedingungen nicht entmutigen lassen, sondern ihren Weg unbeirrt weitergehen und auch im Rahmen des Homeschooling international anerkannte Leistungen zeigen. Diese vier haben bewiesen, dass unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur das sprachliche Niveau haben, im englischsprachigen Ausland zu studieren, sondern auch Kompetenzen mitbringen, die neben den Fremdsprachenkenntnissen an sich für ein erfolgreiches Studium erforderlich sind. Ich bin sehr stolz auf euch, dass ihr diese schwierigen Prüfungen zwischen des ersten und des zweiten Lockdowns gemeistert habt.", kommentiert die betreuende Lehrerin Birgit Jerzewski die Ereignisse um die aktuellen Cambridge-Zertifikate.
 

Birgit Jerzewski