Archiv

Nachrichten und Bildergalerien in einer Übersicht

17.06.2021

Digitales Treffen mit Mirko Drotschmann nach Wettbewerbteilnahme

„Anfang des Schuljahrs stellte ich meinem Projektkurs mehrere Möglichkeiten vor, sich im Bereich des selbstständigen und kreativen Arbeitens zu erproben. Darunter war auch die Teilnahme am unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehende Videowettbewerb Klickwinkel, der Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 19 Jahren dazu motivieren möchte, zu einem öffentlichkeitsrelevanten Thema zu recherchieren und einen Videobeitrag oder ein Podcast zu produzieren. Wir guckten uns im Vorfeld verschiedene Formen des insgesamt sehr beliebten Videoformats der Kategorie „Erklärvideo“ an, darunter auch ein typisches Geschichtsvideo von Mirko Drotschmann. Dieser war den Schülerinnen und Schülern als YouTuber und Fachmann im Bereich Geschichte bereits bekannt; die Art und Weise, wie er Geschichte altersgerecht auch jüngeren Schülerinnen und Schülern näher bringt, wurde im Kurs anhand von Beispielvideos untersucht.“, erzählt die betreuende Kurslehrerin.

Die eigene Themenfindung war hingegen nicht so einfach wie zunächst gedacht. Empfanden die Schülerinnen und Schüler es einerseits als große Chance, bei der Wahl des Themas völlig frei zu sein, so lag doch andererseits gerade in dieser Freiheit eine Herausforderung, denn viele Themen, die theoretisch in Frage gekommen wären, waren bereits durch Videobeiträge aus den Vorjahren oder der aktuellen Berichterstattung in den Medien ihrer Meinung nach zur Genüge behandelt. Doch die prominente Jury, die die Videos begutachten würde, war für Robin Kahn, Pia Rennett, Tim Strötges und Florian Wagner, allesamt aus der Q1 des Werner-Jaeger-Gymnasiums, der eigentliche Ansporn, sich gründlich Gedanken zu machen und nach einem dreistündigen Brainstorming kam man schließlich auf die Idee, das Für und Wider von Organspenden in Form einer sechsminütigen Reportage filmisch umzusetzen. „Dieses Thema hatte vor Corona eine große Medienpräsenz, ist aber seit Ausbruch der Pandemie völlig von der Bildfläche verschwunden“; erklärt Florian Wagner, einer der vier jungen Filmschaffenden. Zum Glück erklärte sich der langjährige, ehemalige Bürgermeister von Nettetal, Christian Wagner, sofort bereit, sich in seiner Rolle als Anwalt zum rechtlichen Hintergrund interviewen zu lassen. Und auch Mitschülerinnen äußerten sich im Videochat zum Thema. „Es war interessant und hat Spaß gemacht, Zahlen und Fakten zum Thema zu recherchieren. Vieles von dem, was wir dabei herausgefunden haben, wussten wir im Vorfeld nicht.“, so Florian Wagner.

 

Doch kurz vor der Deadline geriet die junge Filmcrew mächtig unter Zeitdruck. „Nie im Leben hätten wir gedacht, dass beim Einreichen der Reportage so viele Formalitäten zu erledigen wären.“, erinnert sich Kameramann Tim Strötges. Nachdem sie vier Tage und Nächte nonstop mit Planung, Dreh und Postproduktion verbracht hatten, hing wenige Minuten vor der Deadline das ganze Projekt an einer Interviewpartnerin, deren Unterschrift für die Bildrechte noch fehlte; aufgrund des Beginns der Osterferien war sie für die Filmcrew jedoch zunächst nicht erreichbar. „In unserer Verzweiflung wegen dieses Patzers haben wir sogar für einen Moment überlegt, die Unterschrift unserer Mitschülerin notfalls zu fälschen.“, erzählt Tim. Doch während Regisseur Robin noch mit dem Support des Wettbewerbs telefonierte, um ein paar Extraminuten hinsichtlich der Deadline auszuhandeln, war Pia schon mit dem Fahrrad unterwegs, um die für die Teilnahme am Wettbewerb so wichtige Unterschrift einzutreiben. „Der Support vom Wettbewerb hat uns sehr unterstützt, sodass wir etwas beruhigter waren, dass am Ende doch noch alles klappen würde. Auch die auf der Homepage des Wettbewerbs zur Verfügung gestellten Tutorials haben uns bei der Umsetzung unserer Filmidee sehr geholfen.“, erzählt Robin.

 

Überglücklich war die Gruppe, als sie jetzt vom Klickwinkel-Wettbewerb die Nachricht erhielt, dass der Jury, bestehend aus Mirko Drotschmann, Eva Schulz, Daniel Budiman und Moritz Müller-Wirth, der Videobeitrag gut gefallen habe und dass die Gruppe schon jetzt einen Medienworkshop ihrer Wahl gewonnen habe. „Das Feedback der Jury zu unserem Filmbeitrag war sehr positiv.“, sagt Robin Kahn schmunzelnd. „Und ich hätte nie gedacht, dass Mirko Drotschmann, dessen Videos wir Anfang des Schuljahrs gemeinsam gesehen haben, Ende des Schuljahrs einen Film von uns sehen würde. Das ist wirklich großartig.“, kommentiert Projektkursleiterin Birgit Jerzewski stolz. Sie ergänzt: „Das Niveau dieses Wettbewerbs war extrem hoch. Umso mehr freut es mich, dass ein Beitrag von uns immer wieder aufgegriffen wurde und überzeugen konnte.“

 

Birgit Jerzewski